Mikroskopische Wahrheit

Mikroskopische Wahrheit

Entdecken, staunen, spüren

Wer erinnert sich noch an den ersten Blick durch die Linse des Schulmikroskopes: Diese ungewöhnlichen Formen, die inmitten galaktischer Farbgebilde schweben, die faszinierenden Härchen auf fluoreszierenden Zellgebilden? Wir staunten über eine ganz wundervolle und unbekannte Welt. Wir waren Forscher, Entdecker und Agenten auf geheimer Mission. Es zog im Bauch, es kribbelte in den Händen und wir leuchteten voller Lebendigkeit und Neugier.

Heute – groß und erwachsen – haben wir erfolgreich gelernt, zu funktionieren und leider oft vergessen, wie man staunt. Doch ganz ehrlich: Wer vermisst es nicht, wieder neugierig unbekannte Welten zu entdecken? Die Magie des Lebens zu spüren? Ein Abenteuer erleben? Die gute Nachricht ist: Die nächste Entdeckertour muss nicht allzu weit entfernt sein. Denn sie ist hier: Direkt in uns …

Wer auf innere Entdeckungsreise geht, hat nicht nur die Chance sich selbst besser kennen zu lernen und damit stimmigere Entscheidungen für sich und sein Leben zu treffen. Wer sich mit seiner eigenen mikroskopischen Wahrheit auseinander setzt, der fängt auch wieder an zu staunen. Garantiert. Denn nichts ist komplexer und wundervoller, als das menschliche Bewusstsein.

Meditation kann eine spirituelle Erfahrung sein. Meditation kann uns aber auch ganz pragmatisch helfen, zu erkennen, wie wir ticken. Mit dem Fokus auf unserem Atem, beobachten wir, was in genau diesem Moment passiert: Wie viele Gedanken kommen und in welcher Geschwindigkeit? Warum stresst es mich, dass ich es schon wieder nicht geschafft habe, nicht zu denken? Warum ist meine Atmung gerade so flach? Mache ich es richtig? Ist es bald vorbei?

Wer es schon einmal probiert hat, weiß: Es funktioniert einfach nicht, nicht zu denken. Stattdessen zeigt sich unser Umgang mit uns selbst: Ärgere ich mich gerade über mich? Verurteile ich mich? Oder schaffe ich es, mich mit all dem, was da auftaucht, zu akzeptieren. Ja, vielleicht sogar zu lieben. Eines ist gewiss: Wie im Kleinen, so auch im Großen. Wer ein Gedankenmuster während der Meditation entdeckt, kann sich sicher sein, dass es auch in seinem Alltag auftauchen wird.

Studien belegen: Wer regelmäßig meditiert, der beruhigt nicht nur seine Gedanken, sondern auch sein gesamtes Nervensystem. Das Spüren wird offensichtlicher, darf in den Vordergrund treten. „Ich spüre wieder, dass ich spüre!“ Für viele ein ganz wundervoller Augenblick. Endlich das Gefühl zu haben, in diesem Moment genau am richtigen Platz, bei sich zu Hause zu sein. Doch Meditation ist auch nicht alles. Denn: Wir sind begrenzt. Nur im DU erkennen wir uns vollständig. Die vertrauensvolle Begegnung nach der Meditation, gemeinsam in der Gruppe, geht noch einen Schritt weiter. Das Reden von dem, was jetzt gerade eben in diesem Moment bei uns passiert, das Teilen unserer Wahrnehmung – das öffnet verborgene Türen, die wir alleine niemals aufbekommen würden. Was passiert, wenn ich mich mit meiner Wahrheit in der Gruppe zeige, wenn alles da sein darf? Wie reagieren andere darauf und was macht das mit mir? 

Wer sich traut, wird belohnt … Wahrhaftiger Austausch schafft eine Nähe und Tiefe, die vielen anfangs fremd ist. Wer sich allerdings darauf einlässt, der kann nicht mehr genug davon bekommen. Das Gefühl mit allem, was gerade da ist sein zu dürfen, ist nämlich ganz wundervoll und einzigartig. Es ist zutiefst heilend, erleichtert und trägt einen auch langfristig. Es lässt verborgene Kräfte wieder an die Oberfläche kommen.

Manchmal bedeutet mikroskopische Wahrheit, dass alles, was wir brauchen bereits da ist. Wir müssen es nur wieder neu entdecken.

Wöchentliches Kursangebot:
für Anfänger und Fortgeschrittene
Montags 9 – 10 Uhr und Freitags 17 – 18 Uhr
bei dein funke, Wallufer Str. 10 in Wiesbaden

Bequeme Kleidung erforderlich. Absolute Vertraulichkeit.

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